Sonntag, 14. April 2019

Sturm des Lebens

Graue Farben liegen, fliegend über Wälder, auf der Welt.
Die Sonne gar finster ist versteckt hinter Wolken,
du weißt sie ist da, doch es kalt um dich, so kalt.
Dabei wandelst auf Erden, gen Ziel deines Lebens, 
gehst Schritt für Schritt, bedächtig und doch so leis.
Die Wolken sind dort, doch Wind er treibt sie hinfort,
sie formen das Meer des unendlich Himmels im Rausch.
So füll deine Backen und blas in des Schnitters Gesicht.
Denn heute erblüht die Blume, das Glück deiner Schritte,
wiegt mehr als die Angst um das Ende des Sturms.
Die Menschen, die mit uns gegangen, gelacht,
sie lenken die Wolken, drum denke an sie, voll Freud.
Hab sie immer im Herzen und die Sonne wird scheinen.


Dienstag, 6. März 2018

Katzentango

In einer lauen Winternacht,
längst war es schon nach halbacht.
Da liefen zwei Katzen ganz leise,
mit ihren Tatzen immer im Kreise.
In ihrer Mitte ne Maus ängstlich lag,
sie dacht sich: überleb ich den nächsten Tag?

Die Katzen hatten gehört von einer Mörder Maus
und ihre Haare streckten sich deshalb vor Graus.

Lang geht es jetzt sicher nimmer,
verloren waren alle Mäusehoffnungsschimmer.
Um ihre Mäusenase waren viele bunte Angstflecken,
als sie vor lauter Müdigkeit alle Viere musste strecken.

Dies nahmen die Katzen wahr vor Schreck
und flohen hastig in den Schneematschdreck.
Die Maus nun wieder alleine war
und ihr war das so gar nicht klar.

Lerne die anderen am besten persönlich kennen,
bevor du beginnst bei ihrem Anblick zu flennen.

Samstag, 4. November 2017

Das Paprikaschwein

Es war einmal eine Sau, die hatte 5 kleine Ferkel. 4 waren einfach nur normale  Ferkel und als brave Ferkel aßen sie natürlich alles, was der Bauer ihnen gab: verschrammte Äpfel, harte Brötchen und am aller, aller liebsten hatten sie den leicht gammligen Salat, schön braun und maaaatschig: „Jami, Schmatz, Schmatz!!“. Und wenn sie fertig mit ihrem Essen waren grunzten sie einmal laut, torkelten mit ihren vollen Bäuchen zurück zum Schlamm und waren wieder zufrieden. Am liebsten würden sie den ganzen Tag dort in der Kuhle verbringen... aber dann müssten sie auf ihr Lieblingsessen verzichten und naja... das ging nun mal so gar nicht!!

Das fünfte Schwein war aber ganz anders. Es verabscheute den Schlamm!! Der war einfach nur eklig... und bevorzugte ein gutes Bad im nahegelegenen See. Es roch immer so frisch, dass seine Brüder und Schwestern ihre Nasen rümpften, wenn sie ihn von weitem sahen (nicht rochen). 

Doch noch viel schlimmer war die Angewohnheit des kleinen Schweins, die angeschrammten Äpfel immer links liegen zu lassen, auch den glibbrigen Salat fand es einfach nur zum davonlaufen. Denn seit es einmal eine Paprika vom Gemüsefeld des Bauern stibitzt hatte konnte es von diesen Paprikas nicht mehr genug bekommen. Vor allem die gelben, aber auch die grünen und manchmal auch die roten!! Einfach nur lecker!! Es war aber sehr schwer diese auch frisch zu bekommen, sie immer nur zu stibitzen war natürlich ein zu großes Risiko... denn lange Finger lohnen sich nie und die Frau vom Bauern hatte immer ein Auge auf ihr Gemüsefeld!! Das Schweinchen hatte vermutlich sehr viel Schweingehabt, dass es beim ersten mal schon nicht erwischt worden war...  Das Glück wollte es nicht noch einmal herausfordern. 

Und so hoffte es jeden Tag aufs neue, dass der Bauer nicht nur Äpfel und Salat auf ihrer Speisekarte stehen hatte, sondern auch möglichst frische Paprika. Und was soll ich sagen? Die Glückssträhne wollte nicht abbrechen!! Jeden Tag gab es aufs Neue feine Paprika und das Ferkel fraß sie in sich hinein, bis der Bauch anfing zu spannen, dann machte es ein Verdauungsnickerchen und schwamm danach im Wasser, es wollte schließlich nicht fett werden!! So war das fünfte Schwein also fit und froh... es hatte an keiner Stelle zu viel Bauch... Doch eines war merkwürdig... Die rosa Haut hatte überall gar merkwürdige Flecken!! Rote, grüne und gelbe Flecken... 

Schnell war klar: die Paprika waren schuld!! Es war kein gewöhnliches Schwein mehr, nein, es war ein Paprikaschwein!! Die arme Sau wurde von den anderen nur noch aufgezogen... Es wurde sehr, sehr traurig.. Es hatte sich nie etwas aus den anderen gemacht und fühlte sich bis dahin auch nie einsam... Doch die anderen Schweine wussten, wie sie das armen Paprikaschwein ärgern konnten... sie lachten es aus und machten böse Reime (die hier nicht erzählt werden sollten!). 

Irgendwann fiel dem Bauern  auf, dass dieses Schwein kein gewöhnliches Schwein war... er fand das Paprikaschwein richtig toll!! Von überall her lud er Zeitungsreporter ein, das Schwein kam sogar im Fernsehen und wurde sehr schnell weltbekannt. 

Und die Brüder und Schwestern unseres Schweins staunten nicht schlecht, als sie eines Tages auch nur noch Paprikas vor die Schnauze bekamen... und bald auch überall von diesen bunten Punkten übersät waren!! Jetzt hatten sie nichts mehr zu lachen!! 

Und so, mein lieber Zuhörer entsteht die so beliebte Paprikawurst. Das ist ja total logisch, wie soll sonst die Paprikas in die Wurstscheiben kommen? Die kann ja unmöglich jemand per Hand reinmachen... da wäre er ja bis zu Sanktnimmerleinstag beschäftigt... 

Unser fünftes Schwein lebt übrigens immer noch glückselig beim Bauern, denn es war einfach etwas besonderes und der Bauer hatte es einfach liebgewonnen!!


Dienstag, 22. August 2017

Grau zu Bunt

Stell dir vor der kleine Manne,

trägt den Anzug grau in schwarz.

Läuft den Weg, den Immergleichen,

Schritt für Schritt zur Arbeit hin.

Dort wo er das immer Selbe,

immer immer wieder tut.

Auf der Straße bei den Leuten,

wuseln wie die Ameisen,

tritt er unsanft in ein Loch.

Und der kleine Mann ganz leise,

fällt und nicht mehr weiter kann.

Alle Welt ihn liegen lässt

ein Schicksal von Vergesslichkeit.

Bis, ja bis die Kinderhand

seine nimmt und kräftig zieht.

Als er in die Augen blickt,

ehrlich, freundlich und lebendig,

wird sein Herz, das ach so graue,

bunt und er versteht.

Untot

Als der Sturm das Meer liebkoste

und das Boot in Seenot kam.

Da saßt du im trocknen Hause,

laßt die Zeitung und du pfiffst.

Doch, im tiefsten Innersten,

kalte Stille, graue Leere.

Wärst du doch an Bord gewesen,

hättest es am Leib gespürt.

Wie es ist zu leben, fürchten.

Einmal richtig, im Moment, 

einfach 

sein.

Montag, 8. Mai 2017

Masken

Der Mond hat immer sein böses Lächeln aufgesetzt, 
ist dir das schon mal aufgefallen? 
Egal ob es dir gut oder schlecht geht, ihm ist das egal. 
Er meint er könne von dort oben alles sehen und auch verstehen. 
Doch hat der Mond keine Ohren 
und kann nicht hören was die Menschen sagen, 
er hat keine Hände und kann sie nicht trösten. 
Er hat auch kein Herz und kann nicht fühlen. 
Doch trotzdem meint er uns zu kennen 
und uns mit diesem Lachen strafen zu müssen. 
Ich ignoriere ihn, seit dem ich verstanden habe, 
dass er nur ein kalter Stein ist. 
Mehr Schein als Sein. 
Masken in der Masse.

Wolkenschwere

Tief ist die Nacht, schwer liegt der Himmel
voll Wolken, die krächzen das Lied 
der tausend Sternlein, die sie verhüllen.
Jahrtausend alte Klumpen Staub, 
erhellen Nacht für Nacht dein Gesicht, 
lassen Falten strahlen und von Erfahrung labern.
Doch du weißt wer du bist, brauchst keine Spiegel
an der Wand nur Bilder, von denen die du liebst. 
Doch heute nur Wolken und du siehst nichts. 
Es gibt Tage, da weinst du
und auch diese Tage brauchst du. 
Es spült die Sorgen weg.
Und dann lachst du wieder, denn die Sterne, 
sie leuchten für dich und weisen einen Weg,
durch tiefe wolkenschwere Nacht.